Werftverein - Verein zur Erhaltung der historischen Flugwerft Schleissheim e.V.

 


„Gustav Otto - Pionier der bayerischen Luftfahrtindustrie“

 

 

Gustav Otto – Ein vergessener Pionier: Söhne berühmter Väter haben es im Leben oft schwer, so auch Gustav Otto, Flugzeugbauer der ersten Stunde und Sohn des legendären Nikolaus August Otto, Erfinder des Viertakt-Verbrennungsmotors. Als Flugzeug- und Motorenbauer hat Gustav Otto besonders im Münchener Raum die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstehende Motorfliegerei mitgeprägt.

 

Er war nicht nur der erste Flugzeughersteller in Bayern, sondern einer der ersten deutschen Piloten und Flugausbilder überhaupt. Der Verein zur Erhaltung der historischen Flugwerft Oberschleißheim e.V., kurz "Der Werftverein", hat eine Ausstellung über Gustav Otto und sein Flugzeugwerk am damaligen Münchener Oberwiesenfeld, dem heutigen Olympia-Gelände, konzipiert. Die Ausstellung wird in der Zweigstelle des Deutschen Museum "Flugwerft Schleißheim" gezeigt. Dieser Ort ist eng mit der Geschichte von Ottos früher Flugzeugproduktion verbunden.

 

Ausstellung

 

 

Schleißheim war der Standort der 1912 gegründeten Kgl.- Bayer. Fliegertruppen, die mit Doppeldecker-Flugzeugen der Firma von Gustav Otto ausgerüstet wurden. Dabei kam ihm die günstige Nähe seiner Firma zum Militärgelände des Oberwiesenfeldes zunutze; die Militärs hatten ihm sogar erlaubt, dort Flugversuche zu machen. Der von Gustav Otto gebaute Doppeldecker wurde zum Standardflugzeug der jungen Fliegertruppe und erwies sich zunächst als brauchbares Schul- und Aufklärungsflugzeug. Bei Beginn des 1. Weltkrieges zeigte sich aber, dass es für den Fronteinsatz ungeeignet war. Der Firma ging es zusehends schlechter, Gustav Otto war gezwungen andere Flugzeuge in Lizenz zu bauen. 1916 schließlich ging die Flugmaschinenfabrik in Konkurs und wurde von einem Banken-Konsortium übernommen und in ‚Bayerische Flugzeug-Werke’ umbenannt.

Gustav Otto schaffte einen neuen Anfang in den ihm verbliebenen Gebäuden in der Schleißheimer Strasse. Zunächst wurden verschiedene Kleinteile produziert, später auch wieder Flugzeuge. Das Kriegsende brachte auch das Ende des Flugzeugbaues. Gustav Otto versuchte mit Kleinmotorrädern, Möbeln und Heizgeräten wieder Boden zu gewinnen. Doch die nach Kriegsende einsetzende Inflation, gesundheitliche Probleme und familiäre Rückschläge brachten ihn 1926 in eine ausweglose Situation, die ihn schließlich in den Freitod trieb.

Damals konnte niemand ahnen, dass aus Ottos in Konkurs gegangener Flugmaschinenfabrik schließlich eines der größten deutschen Automobilunternehmen werden sollte, die Bayerischen Motorwerke AG (BMW). Noch heute erinnert das Firmenemblem, der Kreis mit den weißblauen Feldern als Abbild eines sich drehenden Flugzeugpropellers, an die Herkunft von BMW.

 

 

BMW Logo

 

 


 

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