Werftverein - Verein zur Erhaltung der historischen Flugwerft Schleissheim e.V.

 

 

Mikulin AM-42

 

 

am42

 

 

Bei dem Mikulin AM-42 handelt es sich um einen 12 Zylinder V-Motor mit stehenden Zylindern. Der Motor ist das Ende einer Entwicklungslinie vom Lizenzbau BMW VI, der zuerst als AM-30, später als AM -34, AM-35 und in großer Serie als AM-38, gebaut wurde. In den Grundabmessungen des Antriebes (Zylinder) und Kraftübertragung (Pleuel und Kurbelwelle) hat sich bis zum AM-42 keine Veränderung ergeben. Diese Motorenreihe wurde von 1926 (AM-30) bis 1953 (AM-42) gebaut.

 

 

Typ
AM-30
AM-38
AM-42
Verwendung
?
IL-2 Sturmovik
IL-10
Baujahr
1926
1941
1944
Bauart
stehend V
stehend V
stehend V
Kühlung
Flüssigkeit
Flüssigkeit
Flüssigkeit
Gemischaufbereitung
Vergaser
Vergaser
Vergaser
Kraftstoff
92 okt
92 okt
92 okt
Anzahl Zylinder
12
12
12
Bohrung
160
160
160
Hub
190
190
190
Hubraum
45,84
45,84
45,84
Verdichtung
1:6
1:6,8
Startleistung in PS bei Drehzahl
600 bei 1600
1700 bei 2350
2000
Dauerleistung in PS bei Drehzahl
450 bei 1380
1550 bei 2150
 
Laderantrieb
entfällt
1:11,5
Volldruckhöhe
1000
3000
Gewicht in kg
505
860
Spez. Gewicht (kg/PS)
1,1
0,55
Spez. Verbrauch
225
285
Literleistung
9,8
37,1

 


Der Mikulin AM-42 wurde als Antrieb für die Iljuschin IL-10 verwendet. Die Iljuschin IL-10 war ein Schlachtflugzeug mit zwei Mann Besatzung, das aus der berühmten Iljuschin IL-2 "Sturmovik" entwickelt wurde. Bei dem Flugzeug handelt es sich um einen einmotorigen Tiefdecker in Schalenbauweise, bei dem die gesamte Motorverkleidung sowie der Besatzungsraum mit bis zu 6 mm starken Stahlplatten gepanzert war. Trotz des hohen Gewichts des Flugzeugs (bedingt durch die Panzerung) erreichte es respektable 480 km/h Höchstgeschwindigkeit, eine Leistung, die der 2000PS starke Motor erst möglich machte.

 

IL10 in Korea

 

Anfang Mai 1998 wurden aus dem Bestand des Deutschen Museums zwei Mikulin AM-42 Triebwerke dem Werftverein zur Restauration übergeben. Ziel war es, aus den zwei Triebwerken die brauchbaren Teile in ein Triebwerk zu bauen. Das erste Triebwerk war sehr stark verrostet und das zweite Triebwerk war ein Absturzmotor, der dem z.B. die Propellerwelle durchtrennt wurde.

Das restaurierte Triebwerk wurde Anfang 2002 dem Deutschen Museum übergeben und steht auf der Museumsinsel des Deutschen Museums in München.

 

 

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