Werftverein - Verein zur Erhaltung der historischen Flugwerft Schleissheim e.V.

 

 

 

...Zielsetzung


Währenddessen stellte sich die heißdiskutierte Frage, wie die restaurierte Maschine im Endeffekt eigentlich aussehen sollte, d.h. als welche Maschine sie dargestellt werden sollte.

Beide Maschinen hatten ja schon etliches hinter sich, beide begannen ihre Laufbahn bei der Bundesluftwaffe, wie der Originalanstrich unter teilweise bis zu drei anderen Farbschichten bewies.


Beim Abschleifen der Oberfläche am Hauptspant kommt ein geflügelter Anker zum Vorschein, flog D-EHAI anscheinend bei den Marinefliegern? Wenn man lange genug schleift, kommt wahrscheinlich der Schriftzug „Ich war eine Cola-Dose“ zum Vorschein

 

D-EHAI, Baujahr 1958, hatte bereits mindestens das zweite Typenschild verpasst bekommen, wie die doppelte Nietung zeigte.


Deutlich ist das erneuerte (kleinere) Typenschild mit dem unkenntlich gemachten Eisernen Kreuz der Luftwaffe zu sehen. Darüber die überflüssigen beiden Niete des alten Schildes

 

Ebenso hatte, laut den noch vorhandenen Unterlagen, die erste Maschine, D-EMMU, ebenfalls bereits die zweite zivile Zulassung erhalten.

Nachdem niemand große Begeisterung an den Tag legte, geschweige denn die Möglichkeiten hatte, die Geschichte dieser beiden Maschinen zu erforschen und wie gesagt keinerlei Interesse von dritter Seite bestand, die fertig restaurierte Maschine wieder auf irgendeine Art und Weise in offiziellem Rahmen auszustellen, beschlossen wir, sie nach unseren vorhandenen Möglichkeiten wieder aufzubauen und in unserer Halle als Blickfang abzustellen.

Da bereits in der Vergangenheit einige Restaurierungs-Projekte des Werftvereins an den selbst zu hochgesteckten Vorgaben gescheitert waren, legten wir diesmal von vornherein fest, was wir damit erreichen wollten:

  • Aus dem in der ganzen Halle verstreuten Do-27-Teile-Sammelsurium sollte wieder ein vorzeigbares Ganzes werden.

  • Wenn auch die flugfähige Restaurierung weit jenseits unserer Ressourcen und sowohl finanziellen und personellen Möglichkeiten lag, sollten trotzdem sämtliche Steuereinrichtungen in einen voll funktionsfähigen Zustand versetzt werden.

  • Die Montage bzw. Reparatur sollte, soweit es uns derzeit möglich ist, mit dem größtmöglichen Anteil von Original-Teilen, nach den vorhandenen Original - Handbüchern, bzw. – Teilelisten und ansonsten weitgehendst fachgerecht, also nach damals gültigen Reparatur-Richtlinien durchgeführt werden.

  • Diese Restaurierung sollte uns Erfahrung mit einem so umfangreichen Projekt, wie es die Restaurierung eines kompletten Flugzeugs nun mal ist, sammeln lassen und die dazu notwendigen handwerklichen Fähigkeiten und Kenntnisse vermitteln.

  • Da das Endergebnis unserer Bemühungen aus Teilen zweier verschiedener Maschinen bestehen würde, die ihrerseits bereits schon mehr als einmal repariert worden waren und mehrere Zulassungen hinter sich hatten, konnte und sollte keine historisch genaue Restaurierung erfolgen, sondern unsere Maschine in einen zumindest optisch und mechanisch einwandfreien Zustand versetzt werden und im übrigen das Aussehen einer der bekanntesten Do-27 erhalten: die D-ENTE von Michael Grzimek.


Diese Zebra-Bemalung garantierte ein spektakuläres Erscheinungsbild mit einem Minimum an Aufwand, da es sich im wesentlichen ja nur um ein weißes Flugzeug mit schwarzen Streifen (oder ein schwarzes Flugzeug mit weißen Streifen?) handelte. Das Baujahr (1958) stimmt überein, ebenso lassen die verfügbaren Ersatzteile ohnehin nur den Bau einer frühen Maschine mit schmalem Fahrwerk (bis Baureihe A-3 verwendet) zu, sodass das äußere Erscheinungsbild weitestgehend identisch sein dürfte.


Foto: DORNIER Firmenarchiv Friedrichshafen



 

 

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