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Geschichte
Der Junkers Jumo 205 war der erfolgreichste und zugleich meistgebaute Diesel-Flugmotor der Welt. Die Entwicklung des Jumo 205 ging bis zu den Stationär- und Schiffsmotoren zurück. Das Prinzip eines Zweitakt-Gegenkolben-Dieselmotors hatte sich sehr gut bewährt und Professor Junkers wollte diesen Motor als Flugmotor weiterentwickeln.
„Veranlassung zum Bau von Diesel-Flugmotoren geben die mit der Junkers- Bauweise verbundenen Vorteile, die Billigkeit des Kraftstoffes und der allgemein bessere Wirkungsgrad des Dieselmotors. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch von 160 bis 170 g je PS und Stunde liegt weit unter dem unserer durchschnittlichen Otto-Motoren, das spezifische Gewicht des Gasöls ist außerdem um 15% höher als das Einheitsgewicht des Kraftstoffes für Vergasermotoren. Deshalb können verhältnismäßig große Kraftstoffmengen untergebracht werden. Der Motor wird daher ja auch fast ausschließlich in Langstreckenflugzeugen verwendet. Weitere Vorteile sind im Wegfall einer Zündanlage, des Vergasers und der Ventile nebst den dazugehörigen beweglichen Teilen zu sehen, so dass sich für den Motor nicht nur ein äußerst einfacher Aufbau ergibt, der wiederum eine mühelose und billige Wartung erlaubt, sonder auch eine Betriebssicherheit und ein völlig störungsfreier Flugfunkverkehr. Da außerhalb des Motors keinerlei zündfähiges Kraftstoffluftgemisch vorhanden ist und Gasöl an sich nur wenig Neigung zur Entzündung zeigt, bildet der Jumo-Diesel unter allen Flugmotoren das feuersicherste Triebwerk. Die beim Dieselverfahren eigene geringe Wärmeabfuhr erlaubt die Verwendung verhältnismäßig kleiner Kühler. Hierdurch wird der aerodynamische Einbau des Motors in die Zelle begünstigt“ (Ausschnitt aus dem Luftfahrt-Lehrbücherei Band 18 von Otto Leib).
Die ersten Arbeiten an einem Diesel-Flugmotor begannen im Jahr 1914 an dem MO3 Versuchsflugmotor. Daraus entstand 1916 der erste „einbaufähige“ Sechszylinder-Flugmotor FO2. Nachfolgend kamen noch der FO3 und der FO4 / Jumo4 / Jumo204. Alle diese Triebwerk hatten ihre Kinderkrankheiten, vor allem die Standfestigkeit der Kolben war für Junkers ein Problem. Der Jumo 204 war von den Abmessungen immer noch zu groß und zu schwer. Man wollte einen kleineren Dieselmotor bauen und sollte wenn möglich die Leistung vom Jumo 204 erreichen. Diese Erwartungen wurde mit dem Jumo 205 später erreicht und sogar weit übertroffen. Im Jahre 1931 begangen die Entwicklungsarbeiten am Jumo 5 bzw. Jumo 205. Die Leistungssteigerung wurde hauptsächlich durch die Steigerung der Drehzahl erreicht. Äusserlich war der Jumo 5 / Jumo 205 "eine Nummer kleiner" als der Jumo 4 / Jumo 204. Ab 1934 wurde eine neue Bezeichung der Triebwerke und auch der Ersatzteilekennung eingeführt. Dadurch änderte sich z.B. die Bezeichung Jumo 5 auf Jumo 205. Genauso wurde auch mit den neuen Ersatzteilen verfahren.
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| Größenvergleich Jumo 5 B und Jumo 4 |
Am 01.12.1932 absolvierte der Jumo 5 die ersten Testläufe und erreichte im Frühjahr 1933 seine Musterzulassung. August 1933 begann die Deutsche Lufthansa mit einer Focke Wulf A-17 „Möwe“ und mit einer Junkers Ju-52 die Flugerprobung. Die Serienfertigung der Dornier Do 18 und der Junkers Ju 86 mit Jumo 205 Triebwerken begann im Jahr 1936.

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| Blohm & Voss BV 139 |
Blick aus einer Blohm & Voss BV 139 auf New York |
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| Junkers Ju 86 |
Junkers Ju 86 |
Folgende Varianten wurden gebaut:
Jumo 5 A, B, C |
550 PS bei 2100 U/min, Versionen A, B, C mit verschiedenen untersetzter Luftschraubenwelle (0,613; 0,602; 0,724), erste Modifikationen mit kleiner Vorserie, Musterprüfung Ende 1933. |
Jumo 205 A, B, C |
600 PS bei 2200 U/min, 1934 in Jumo 205 umbenannt, vervollkommnet u.a. mit Schwingungsdämpfer, später ab Baureihe 4: Glykol-Heißkühlung, Musterprüfung 1934 |
Jumo 205 D |
880 PS bei 2800 U/min, Gegengewichte an der Kurbelwelle, anfangs im Interesse der Kolben auf 865 PS reduziert, drehzahl- und leistungsgesteigerter Luftwaffen-Motor, effektiveres Spülgebläse. |
Jumo 205 E und G |
700 PS bei 2500 U/min von 1939, nach Wünschen der Deutschen Lufthansa mit moderater Parameteranhebung im Interesse großer Laufzeit, Lufthansa Motor mit 1000 und mehr Flugstunden, nur in kleinen Stückzahl gebaut. |
| Jumo 205 M |
Einsatz in Marine- Schnellbooten LS5 und LS6 |
Technische Daten:
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Jumo 205 C
Baureihe 4 |
Jumo 205 D
Baureihe 1 und 2 |
Startleistung |
600 PS; Kurbelwellen-Drehzahl 2200, zulässige Dauer: 5 Minuten |
880 PS; Kurbelwellen-Drehzahl 2800, zulässige Dauer: max. 3 Minuten |
Kampf- und Steigleistung |
540 PS, Kurbelwellen-Drehzahl 2050 bis 2200, zulässige Dauer: 30 Minuten |
750 PS, Kurbelwellen-Drehzahl 2500, zulässige Dauer: 30 Minuten |
Dauerleistung |
450 PS, Kurbelwellen-Drehzahl 2000, zulässige Dauer: dauernd |
650 PS, Kurbelwellen-Drehzahl 2300, zulässige Dauer: dauernd |
max. Kurbelwellen-Drehzahl |
2200 U/min |
2800 U/min |
Untersetzungsverhältnis |
1,38 : 1 |
1,58 : 1 |
Luftschrauben-Drehzahl |
1594 U/min bei 2200 U/min Kurbelwellendrehzahl |
1770 U/min bei 2800 U/min Kurbelwellendrehzahl |
Drehrichtung der Kurbelwellen |
links |
links |
Drehrichtung der Luftschraubenwelle |
rechts |
rechts |
Verdichtungsverhältnis |
1 : 17 |
1: 16,2 |
Gewicht ohne Luftschraubennabe |
520 kg + 3% |
595 |
Bohrung |
105 mm |
105 mm |
Hub |
2 x 160 mm |
2 x 160 mm |
Gesamter Hubraum |
16,62 l |
16,62 |
Kraftstoff |
Normales Gasöl |
Normales Gasöl |
Kraftstoffverbrauch bei Vollleistung |
170 bis 180 g/PS h |
182 bis 193 l/h |
Kraftstoffverbrauch bei Dauerleistung |
160 bis 170 g/PS h |
122 bis 129 l/h |
Zündfolge |
1-5-3-4-2-6 |
1-5-3-4-2-6 |
Schmierölverbrauch |
6 bis 10 g/PS h |
8 bis 12 kg /h bei Startleistung |
Schmierstoff-Umlaufmenge |
1300 bis 1500 l/h bei 2200 U/min |
2200 bis 2400 l/h bei 2800 U/min |
Kühlwasserumlaufmenge |
ca. 400 l/min bei 2200 U/min |
ca. 550 l/h bei 2800 U/min |
Kühlwasserinhalt |
17 l |
17 l |
Länge |
1943 mm |
2263 mm |
Breite |
ca. 600 mm (mit Hilfsmaschinen) |
645 mm |
Höhe |
1325 mm |
1271 mm |
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Junkers Jumo 205 bei der Restaurierung |
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| Junkers Jumo 205 C kurz vor der Fertigstellung |
Auf Spurensuche
Als wir mit der Restaurierung des Jumo 205 begonnen hatten, mussten wir erst einmal Material über den Jumo 205 sammeln. Allein durch äußere Merkmale konnten wir unseren Jumo 205 auf die Version A bis C beschränken. Besonderes Interesse hatten wir an den Ersatzteillisten, um anhand der Teilnummern eine Bestimmung durchführen zu können. Erster Anlaufpunkt war das Deutsche Museum und Luftfahrtarchiv Hafner. Glück für uns war, das wir eine Ersatzteilliste vom Jumo 205 C4 fanden und unserem sehr ähnlich ist und Pech, das es nur eine Ersatzteilliste gibt. Die Ersatzteilnummern an unserem Jumo wollten nicht so richtig zu der Ersatzteilliste passen. Also musste das Triebwerk weiter zerlegt werden. Der nächste sichere Anhaltspunkt sollte für uns das Propellerübersetzungsverhältnis sein, also das Zahnverhältnis zwischen Kurbelwelle und Propellerwelle. Das Zahnrad auf der Kurbelwelle hat 42 Zähne und das Zahnrad auf der Propellerwelle hat 58 Zähne. Das bedeutet ein Übersetzungsverhältnis von 42/58=0,72 oder 58/42=1,38, je nachdem man das rechnet. Laut Übersetzungsverhältnis haben wir ein Jumo 205 C. Aber da gibt ja noch den Jumo 205 C4. Die Baureihe 4 waren sogenannte Umbau Motoren. Ältere Triebwerke wurden auf den neuesten Stand umgebaut. Im Juli 1938 begannen die Umbauarbeiten und dauerte bis 1940. Es gab vom RLM einen Auftrag über 700 Jumo 205 C3-Triebwerken, von insgesamt 5000 gebauten Jumo 205, die zu Jumo 205 C4 umgebaut wurden. Welche Umbauarbeiten durchgeführt wurden, ist mir leider nicht bekannt. In der C4 Version waren schon die Kolben und Zylinder, die auch in der späteren D-Version zum Einsatz kamen.
Bei uns setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass wir an einem Jumo 205 C4 arbeiten. Im Verkehrshaus Luzern gibt es ein Jumo 205 C4 mit der Seriennummer 30863 und unser Jumo 205 hat die Seriennummer 35121. Das Gehäuse unseres Triebwerkes wurde am 19.6.36 gegossen.
Stückzahlen des Jumo 205 von 1936 - 1943:
Jahr |
Stückzahlen |
Motorentyp |
1936 |
73 |
Jumo 205 C |
1937 |
262 |
Jumo 205 C |
1938 |
249 |
Jumo 205 C4 (Umbaumotoren) |
1939 |
407 |
Jumo 205 C4 (Umbaumotoren) |
1940 |
44 |
Jumo 205 C4 (Umbaumotoren) |
1941 |
599 |
Jumo 205 DII |
1942 |
148
60
598 |
Jumo 205 DII
Jumo 205 DII/III
Jumo 205 DIII |
1943 |
3
222 |
Jumo 205 DII/III
Jumo 205 DIII |
Fertigstellung im Juli 2009
Pünktlich zum "Fly In 2009" des Deutschen Museum wurde der Jumo 205 fertig und wurde ca. ein halbes Jahr in der Flugwerft ausgestellt. Anfang des Jahres 2010 wechselte das Triebwerk ins Stadtmuseum Dessau, wo der Jumo 205 den Junkers L5G ablöste. Der Junkers L5G , auch vom Werftverein restauriertes Triebwerk, wird für den Nachbau der Junkers F-13 übergeben. Hier ein Artikel aus der lokalen Presse.
http://www.naumburger-tageblatt.de/ntb/ContentServer?pagename=ntb/page&atype=ksArtikel&aid=1269291669827
fehlende Teile:
für unsere Restaurierung werden noch folgende Teile gesucht:
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zwei Kraftstoff-Förderpumpen
LvO 468a
LvO 469a
Sie sind auch unter Jumo 2013 bekannt.
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hier eine Kraftstoff-Förderpumpe (Dreikolbenpumpe) vom Junkers L5G
baugleich mit Jumo 205 |
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der Jumo 205 war für beide Anlasserverfahren vorgesehen, einen elektrischen Anlasser, wie hier im Bild ein Bosch AL/SQB. |
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oder bei den früheren Version wurde ein Druckanlasser nach dem Coffmann Prinzip verwendet. Es wurde eine Partone gezündet, die einen Druck von 100 bis 150 atü erzeugen konnte.
So ein Anlassvorgang ist im Film "Der Flug des Phoenix" zu sehen. Solche Anlasser wurden nicht nur bei Junkers verwendet, sondern auch z.B. in einigen Version der Supermarine Spitfire. |
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mit dem Drehschieber wurde die Ansaugluft gesteuert. Drei Stellungen waren möglich. Ansaugen der Luft von außen, Ansaugen der Luft aus dem Triebwerksbereich (unterhalb der Cowling) und Verschliessen des Ansaugschachtes. |
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Hier ein Kraftstoff-Förderpumpenantrieb für die linke Seite, wird nicht benötigt und soll nur als Anschauung dienen. |
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Uns fehlt aber die rechte Seite des Kraftstoff-Förderpumpenantriebes. Der Antrieb ist etwas kleiner . |
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